Vom atmosphärischen Wartebereich zur klaren Diagnose

Inspiriert vom Kontext Lenzburgs sowie von Natur, Wasser und den umliegenden Schlössern, basiert das Projekt auf einer räumlichen Abfolge zwischen natürlicher Offenheit und institutioneller Klarheit.

Der öffentliche Wartebereich ist bewusst weich und atmosphärisch gestaltet. Vorhänge erzeugen ein Spiel von „Sehen und Nicht-Sehen“ und erinnern an die Bewegung von Blättern im Wald. Warme Farbtöne und graue Bodenplatten, die an Kieselsteine und trassenbeläge erinnern, verleihen dem Raum eine natürliche und ruhige Atmosphäre.

Ein zentrales Gestaltungselement bildet die Lamellenwand aus Eiche, die als räumliche Schwelle zwischen öffentlichem Bereich und diagnostischem Kern fungiert. Die dahinterliegenden Umkleidebereiche sind in monochromen Blautönen gehalten, die sowohl auf die KSA-Brandfarbe als auch auf das Thema Wasser als verbindendes Element verweisen.

Im anschliessenden Behandlungsbereich reduziert sich die Gestaltung bewusst auf eine ruhige Materialität. Beigetöne und ein gezielter Einsatz von Licht schaffen eine konzentrierte und zugleich beruhigende Atmosphäre.

Positive Impulse durch Farbigkeit

Das neue Gesundheitszentrum Rorschach von HOCH Health Ostschweiz – es befindet sich in den oberen beiden Geschossen eines umgenutzten Gebäudes – umfasst die Bereiche Onkologie, Kardiologie, Gastroenterologie und Urologie. Bei der Gestaltung der Praxisräume ging es unter anderem darum, ein passendes Farbkonzept zu entwickeln, das den Patienten ein positives und wohlbehütetes Gefühl vermittelt. Wände und Decken der Praxisräume sind hauptsächlich in Weiss gehalten, der fugenlose Gussboden mit Korkanteil ist in einem warmen Hellgrau-Beige ausgeführt. Ergänzend dazu setzt ein harmonischer Vierklang aus Rosé, Bordeaux, Hell- und Dunkelgrün frische Akzente und unterstützt zugleich bei der Orientierung. Kombiniert wurde dazu naturlackiertes Birkenholz, das bei den Türen, bei den Verkleidungen der Radiatoren sowie bei den Möbeln zum Einsatz kam. 

Hotelambiente statt nüchterne Spitalatmosphäre: Die Klinik von skinmed in Lenzburg

Skinmed Lenzburg

Die Klinik für klassische Dermatologie und plastisch-ästhetische Chirurgie erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 1190 m2, verteilt auf drei Geschosse. Wo man normalerweise nüchterne Spitalatmosphäre erwarten würde, werden hier Patienten wie Hotelgäste empfangen: Der Eingangsbereich mit Designersesseln und dekorativen Hängeleuchten gestaltet sich wie eine Lounge. Und die Zimmer für stationäre Aufenthalte ähneln Luxus-Suiten. Infusionshalter und jegliche Technik, die an eine Klinik erinnert, wurden kaschiert. Minibar und Espressomaschine machen die Illusion eines Hotels perfekt. Trotz des hohen Designanspruchs werden in allen Bereichen strengste klinische Anforderungen gewährleistet. In den Operationssälen der Klinik sorgen modernste Medizintechnik und spezielle Lüftungsanlagen für höchste Sicherheitsstandards.

Sportmedizinische Rundumversorgung – nicht nur für Fussballprofis

Integriert in das Berner Stadion Wankdorf – die Heimspielstätte des Fussballvereins BSC Young Boys –, ist das Medical Center Wankdorf ein Kompetenzzentrum für ganzheitliche Bewegungs-, Sport- und Präventionsmedizin inklusiv Radiodiagnostik. Die Klinik steht Profi- wie auch Freizeitsportlern gleichermassen offen.

Dass es sich bei dem Bauprojekt um eine Kooperation zwischen Hirslanden und dem Fussballverein BSC handelt, wird durch eine entsprechende Farbgestaltung sichtbar: Ein Band in Blau (CI-Farbe Hirslanden) – unverkennbar die Reminiszenz an eine Laufbahn – zieht sich an Boden und Decke quer durch das zweigeschossige Medical Center und verbindet dabei drei Bereiche: Physiotherapie, Radiologie und Sportmedizin. Das typische BSC-Gelb findet sich punktuell in Mobiliar, Türen und grossformatigen Bilder mit Fussballmotiven wieder.

Bautechnisch stellte eine der grössten Herausforderungen die Planung der Radiologie dar. Zum einen, weil sie hinsichtlich der Strahlung gut abgeschirmt werden muss. Zum anderen, weil sie sich in einem statisch besonders beanspruchten Bereich des Stadions befindet: direkt unter der Tribüne.

Flächenoptimiert: Kleine Räume, grosser Nutzen

Die Praxis für Angiologie in Baden-Dättwil ist einer von vier Standorten des „Zentrums für Gefässmedizin“ und befindet sich im Attikageschoss eines u-förmig angelegten Gewerbebaus. Dieser verfügt zwar über viel verglaste Fassadenfläche, bietet dafür aber nur eine geringe Raumtiefe. Um trotzdem ausreichend viele Behandlungsräume für vier Ärzte generieren zu können, wurde ein Mittelgang angelegt. Von diesem gehen beidseitig Zimmer ab, die in ihrer Fläche so klein wie möglich dimensioniert wurden. Platz konnte vor allem dadurch eingespart werden, indem man darauf verzichtete, in jedem der Untersuchungs- und Behandlungsräume einen eigenen Waschplatz einzurichten. Stattdessen befinden sich im Gang zwei offen zugängliche Nischen mit Lavabos. Schöner Nebeneffekt: Durch die Nischen wird der lange Erschliessungsgang optisch aufgebrochen.

Von der Aare inspiriert: Eine Rheumatologie setzt auf leise Töne

Am Waisenhausplatz in Bern ist eine Praxis für Rheumatologie entstanden – keine zweihundert Meter von der Aare entfernt. Die Nähe zum Fluss spiegelt sich denn auch in der Gestaltung der Praxis wider, wenngleich in sehr dezenter Form: Der durchgängige Kautschukboden wurde in Anlehnung an das Gewässer in monochromes Graublau getaucht. Einen lebendigen Kontrast dazu liefert die Wandabwicklung entlang der innenliegenden Praxisräume. Hier kam Seekiefer (Schälfurnier) mit charakteristischer Maserung zum Einsatz. Das Fugenbild der unterschiedlich grossen Holzpaneele findet sein Pendant an den gegenüberliegenden Glastrennwänden, über die Licht in den Flur gelangt. Die Sichtschutzfolie greift hierbei dieselbe Teilung auf. Akzentuierend setzen sich die dunkelbraunen Profile und Türgriffe ab, die – mit Liebe zum Detail – die Farbe des Praxislogos aufgreifen.

Operationen ohne Klinikaufenthalt: Hirslanden OPERA Bern setzt auf ambulante Eingriffe

Aufgrund der medizinischen und technischen Entwicklungen können heute immer häufiger operative Eingriffe ambulant durchgeführt werden. Diesem Trend trägt auch die Hirslanden-Gruppe Rechnung und eröffnet bereits ihr fünftes ambulantes Operationszentrum: Hirslanden OPERA Bern. Besonderes Augenmerk bei der Planung lag auf dem kompakten und übersichtlichen Raumprogramm, was der schnellen Taktung der OPs geschuldet ist. Die kurzen Eingriffe setzen einen besonders effizienten Ablauf und kurze Personal- und Patientenwege voraus. Entsprechend liegen die wesentlichen Bereiche – präoperative Zone, Sterilisation, OP-Räume, Gastroenterologie, Überwachung und Aufwachkojen – nah beieinander. Dieser „Kern“ wurde auch architektonisch hervorgehoben und gliedert den gebäudebedingten Grundriss.

Das ambulante Operationszentrum befindet sich im Hochparterre eines denkmalgeschützten Gebäudes. Die zwei ausgebauten Säle sind OP-I-zertifiziert und wurden gemäss dem neusten HLKSE-Standard technisch neu erschlossen. 

Wie bereits in den bestehenden ambulanten Operationszentren wurde auch im OPERA Bern eine ortstypische Heilpflanze als Gestaltungselement aufgegriffen – in diesem Fall die Zwiebel. Als florales Folienmotiv ist sie an mehreren Glastrennwänden auszumachen und wurde durch grüne Akzente ergänzt.

Physiozentrum Zürich Enge: Umbau mit optimierter Flächennutzung

Früher befanden sich Büros in dem denkmalgeschützten Gebäude am Bahnhof Enge. Ende 2021 ist hier nun ein weiterer Standort von Physiozentrum.ch entstanden. Während die Gebäudefassade für den Umbau nicht tangiert werden durfte, wurden das EG sowie das 1. OG komplett neu organisiert und gestaltet. Es galt, den Grundriss optimal zu nutzen und neben einem grosszügigen Trainingsbereich elf Behandlungszimmer unterzubringen.

Im Gegensatz zu anderen Praxen von Physiozentrum.ch findet sich hier Holz nicht am Boden, sondern an Decken und Wände. Vertikale Holzlamellen aus Eiche schaffen eine feine Struktur, die einen Kontrapunkt zu den glatten und kühl wirkenden Oberflächen in Silbergrau und Weiss setzen.  

Eine besondere Herausforderung bei der Raumkonzeption stellte der innenliegende und somit fensterlose Wartebereich im 1. OG dar. Um auch hier für Tageslicht zu sorgen, wurden in den angrenzenden Behandlungszimmern Glastrennwände eingesetzt. Mit einer speziellen Spiegelfolie ausgerüstet, lassen sie das Licht zwar durchscheinen, schützen aber gleichzeitig vor Einblicken. 

Zum Physiozentrum Enge

Praxis für die Kleinen: Kindgerecht ganz ohne Kitsch

Kräftiges Pink, sattes Gelb, Taubenblau und Tapeten mit Dschungelmotiv – in der Praxis für Kinderheilkunde beim Bahnhof Oerlikon geht es heiter zu. Heiter und stilvoll. Hier sollen sich schliesslich Kleinkinder, Teenager und Eltern gleichermassen wohlfühlen.

In zwei der vier Behandlungsräumen wurden die Untersuchungsliegen seitlich mit Stufen ergänzt, was schon den Jüngsten ermöglicht, selbstständig auf die Liege zu klettern. Eine spielerische Gestaltungsidee mit handfestem Nutzen. Auch im Eingangsbereich geht es darum, die Selbstständigkeit der Kinder zu fördern: Das niedrigere Waschbecken ermöglicht es schon den Kleinen, sich alleine die Hände zu waschen.

Besonderen Wert wurde bei der Ausstattung der Praxis auf leicht zu reinigende Materialien gelegt. Sogar die Tapete ist hier abwaschbar. Zudem ist diese akustisch wirksam und individualisierbar, u. a. bezüglich Farbigkeit. Das Dschungelmotiv mit exotischen Pflanzen und Tieren kommt übrigens nicht von ungefähr: Es schlägt einen Bogen zum Logo der Praxis, einen Tukan.

Räumliche Klarheit entlang der Gleise

Das Physiozentrum Frauenfeld befindet sich direkt neben den Gleisen des Bahnhofs. Die Lage prägt den Ort auf besondere Weise: eine subtile Dynamik zwischen Alltag, Bewegung und Ankommen.

Im Zentrum des Entwurfs steht der Wartebereich als räumliches Herzstück des Projekts. Er verbindet Eingang, Physiotherapie und medizinische Trainingstherapie miteinander und schafft eine klare Abfolge zwischen Orientierung, Aufenthalt und Weitergehen.

Die Materialisierung setzt auf helle Holzoberflächen, welche den Räumen eine ruhige und einladende Atmosphäre verleihen. Ergänzt werden sie durch fein eingesetzte metallische Elemente, die eine subtile rhythmische Struktur schaffen und die räumliche Klarheit zusätzlich betonen. Das Zusammenspiel der Materialien erzeugt eine zurückhaltende, konsistente Stimmung, welche die Architektur mit den Anforderungen des therapeutischen Alltags verbindet.
Physiozentrum Frauenfeld