«Die komplexe Haustechnik einer Arztpraxis in ein Bürogebäude zu integrieren, war eine knifflige Aufgabe.»

(Fabian Scherer, Inhaber und Geschäftsführer Praxisarchitekten AG)

Direkt neben den Gleisen des Bahnhofs Oerlikon ragt er empor: der Andreasturm. Das Hochhaus, entworfen vom bekannten Architekturbüro Gigon Guyer, wurde in erster Linie als Bürogebäude mit offenem Grundriss konzipiert. Nach einer Umnutzungsplanung des 13. und 14. Obergeschosses hat sich dort auch das Gesundheitsunternehmen medbase mit seiner bislang grössten Praxis niedergelassen. Auf einer Fläche von 1500 m2 befinden sich hier u. a. Bereiche für Allgemeinmedizin, Gynäkologie, Dermatologie, Physiotherapie und Psychiatrie. Die besondere Herausforderung bei diesem Bauprojekt lag in der Gebäudetechnik: Die komplette Installation von Heizung, Kühlung, Lüftung, Wasser/Abwasser, Elektro und Sprinkleranlage mussten in den gerade mal 25 cm hohen Doppelboden integriert werden, der ursprünglich nur auf eine Büronutzung ausgelegt war.

Alter industrieller Chic neu für Physiozentrum in­ter­pre­tie­rt und mit unkonventionellem Layout auf maximale Rentabilität getrimmt.

Um die Praxis in einem ehemaligen Industriebau rentabel betreiben zu können, griff man zu einem Trick. Die knapp 500 m2 grosse Fläche, die früher als Autoersatzteillager diente, wurde mittels mehrerer Raumboxen unterteilt. Damit konnte Platz für elf einzelne Behandlungsräume generiert werden, mit dem Vorteil: Diese sind nicht über die denkmalgeschützte Glasfassade einsehbar und garantieren während der Behandlung die nötige Privatsphäre. Der architektonische Eingriff sollte möglichst kostengünstig bewerkstelligt werden, weshalb man auf Materialien setzte, die üblicherweise bei Gewerbebauten zum Einsatz kommen: strapazierfähiges Industrieparkett für den Boden und OSB-Platten für die Leichtbauwände der Raumboxen. Zur Verbesserung der Raumakustik wurden schallabsorbierende Stoffe gewählt, die als textile Raumtrenner zum Einsatz kommen.

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Drei medizinische Fachbereiche unter einem Dach: Gemeinschaftspraxis in Bremgarten

Bei der rund 580 m2 grossen Praxis handelt es sich um eine Gemeinschaftspraxis für Rheumatologie, Gastroenterologie und Dermatologie. Entsprechend war es wichtig, räumliche Strukturen zu schaffen, die den Bedürfnissen aller Fachbereiche gerecht werden und Arbeitsabläufe optimal unterstützen. Durch gemeinschaftlich genutzte Räume sollten zudem Synergien geschaffen werden. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Fachmediziner widerspiegelt sich auch im Logo der Praxis: grüner Punkt mit Kreislinien, die sich überschneiden. Die grafischen Elemente wurden denn auch bei der Gestaltung der Räume aufgegriffen: Feine grüne Linien zeichnen sich nicht nur an Wänden und Glasflächen ab, sondern auch in Form grosser Neonröhren im Empfangsbereich. Die Beleuchtung bildet hierbei einen gelungenen Kontrast zum Dielenboden aus Eiche.

Erweiterung der Deramtologiepraxis durch patologisches Labor rundet das medizinische Angebot ab.

2019 wurde die Hautklinik von skinmed mit einem eigenen Histopathologie-Labor ergänzt. Dadurch kann Hautgewebe jetzt auch direkt vor Ort auf Veränderungen und Erkrankungen hin untersucht werden. Von den meisten Praxen und Spitälern hierzulande wird dazu ein externes Labor in der Ostschweiz beauftragt. Zukünftig soll im eigenen Labor auch eine Schnellschnittdiagnostik angeboten werden, wodurch unter anderem frisch operierte Tumore sofort untersuchen werden können. Die baulichen Massnahmen im Labor umfassten u. a. die Erstellung einer Lüftungs- und Klimaanlage und die Installationen für die Haustechnik an der Sichtbetondecke. Sensible Geräte wurden ans Notstromnetz angeschlossen. Für Einblick und Transparenz sorgen entsprechende Verglasungen.