KSA Praxiszentrum Lenzburg: Vom Spiel mit Oberflächenstrukturen
Das KSA Praxiszentrum Lenzburg – ein Ableger des KSA Kantonsspitals Aarau – hat auf dem ehemaligen Hero-Areal Einzug gehalten. Trotz des bestehenden Stützenrasters im Bestandsgebäude ist es hier gelungen, dem Geschoss (1. OG) ein eigenständiges Raum- und Gestaltungskonzept zu implementieren und die Praxis zu einem unverwechselbaren Ort zu machen. Vor allem das mutige Spiel mit Oberflächenstrukturen fällt dabei ins Auge: Die Wände des innenliegenden Gebäudekerns wurden – als Kontrastprogramm zu den ansonsten hellen und glatten Wand- bzw. Glasflächen – mit einem dunkelgrünen Rauputz versehen. Aufgetragen mit einer Nagelwalze, sind Haptik und Optik bewusst rustikal. Einen eleganten Kontrapunkt setzen die runden und ovalen Pendelleuchten sowie die Verglasungen, die mit feinen dunklen Frames akzentuiert werden. Darüber hinaus sind sie teilweise mit einem floralen Motiv beklebt.
Mehr Fläche, mehr Behandlungsspielraum
Um ihre Kapazität zu erhöhen, wurde die Klinik von Skinmed in Lenzburg ausgebaut. Bislang umfasste diese eine Fläche von 1190 m2, neu sind es insgesamt 2‘110 m2. Im 1. Obergeschosss sind sieben Sprechzimmer beziehungsweise Behandlungsräume für kleinere chirurgische Eingriffe hinzugekommen, zudem ein Multifunktionsraum sowie ein Wartebereich. Im 2. Obergeschoss wurden unter anderem vier OP-Säle und sechs Aufwachräume für ambulant behandelte Patienten ergänzt. Ausserdem sind zwei zusätzliche Zimmer für stationäre Aufenthalte entstanden, wobei sich die Gestaltung an das exklusive Interieur der bereits bestehenden Patientenzimmer anlehnt: Infusionshalter und sonstige nüchtern-technische Vorrichtungen wurden geschickt kaschiert, dunkle Holzeinbauten und die Designmöblierung sorgen für behagliches Hotel-Ambiente.
Gesundheit und Schönheit unter einem Dach
Mit Olten ist bereits der vierte Standort von Skinmed eröffnet worden. Direkt in der Altstadt gelegen, befinden sich die Räumlichkeiten der neuen Praxis in einem viergeschossigen, denkmalgeschützten Stadthaus aus dem 18. Jahrhundert. Die Gestaltung mit dunkel lasiertem Fichtenholz lehnt sich unverkennbar an die Praxis in Lenzburg an. Ein Novum bei Skinmed bildet der integrierte Bereich für kosmetische Behandlungen, der im 2. Obergeschoss untergebracht wurde und über einen separaten Eingang erschlossen wird. Für den Kosmetikbereich wurde eigens ein neues Interior-Konzept kreiert, das zwar einen Bogen zur Praxis schlägt, aber mit warmen Brauntönen noch stärker auf Wohlfühlambiente setzt.
Im Zuge der Umbauarbeiten wurde der historische Bau bis auf die Grundmauern entkernt. Lediglich die alte Holzbalkendecke blieb erhalten, musste aber brandschutztechnisch entsprechend gesichert werden.
Brückenschlag zur Kunst: Inspiriert vom Roten Platz
In Anlehnung an den Raiffeisenplatz in St. Gallen – die Künstlerin Pipilotti Rist tauchte den öffentlichen Raum in kräftiges Rot – spielt auch im Physiozentrum die Farbe Rot eine identitätsstiftende Rolle. Ebenso wurde die Idee einer klar ablesbaren Zonierung in der Praxis aufgegriffen, was sich am Materialwechsel an Boden und Decke ablesen lässt: In einigen Bereichen wurde dunkelgrauer PVC verlegt, darüber ist die Sichtbetondecke inklusive Leitungen und Schächten roh belassen und lediglich rot gespritzt. Dort, wo weiss geöltes Eichenparkett den Bodenbelag bildet, sind hingegen weisse Deckenelemente abgehängt. Auch haptisch wurde auf Kontraste gesetzt: Die Oberflächen der weissen Einbauelemente sind mal rauh mit „Besenstrich“ und mal glatt gestaltet.
Skinmed goes Spitzengastronomie
Einst wurden in der alten Spenglerei auf dem Hero-Gelände in Lenzburg Konservendosen produziert. Nun entstand in den geschichtsträchtigen Produktionsräumen ein Restaurant auf Sterne-Niveau: das „Skin´s“. Den gestalterischen Rahmen für die kredenzten Köstlichkeiten bildet ein Interieur, das unübersehbar eine Brücke zu Skinmed schlägt. Auch hier dominieren dunkle Brauntöne, wertige Materialien und fein ausgearbeitete Details wie die Bänder in Messingoptik, die in die Wand eingelassen wurden. Grossformatige Foodfotografien tragen ebenso zum atmosphärischen Ambiente bei. Die Räumlichkeiten strahlen behagliche Eleganz aus, gleichzeitig konnte aber auch der industrielle Charme des alten Gebäudes bewahrt werden. So blieb beispielsweise die historische Kappendecke sichtbar. Insgesamt bietet das Restaurant 36 Sitzplätze, die sich auf vier unterschiedliche Ebenen verteilen. Der Küchen- sowie der Patisseriebereich ist zum Gastraum offen und lädt ein, einen Blick auf die Präzisionsarbeit der Köche zu werfen.
Praxisübernahme: Aufgefrischt in die Zukunft
Am Bubenbergplatz in Bern konnte Physiozentrum.ch eine bestehende Praxis inklusive Patientenstamm übernehmen. Um den Wiedererkennungswert der Praxis zu erhalten, wurde von einem Komplettumbau abgesehen. Stattdessen bekam die Praxis ein Facelifting. Der Empfang sowie der angegliederte Personalraum blieben hierbei in ihrer Formation bestehen, wurden jedoch mit einem Backoffice ergänzt. Um dieses zugänglich zu machen, ist ein Teil der Rückwand hinter dem Empfangstresen entfernt worden, wodurch gleichzeitig die Fensterflucht optisch verlängert wurde. Die Rückwand ist neu mit einer Reliefstruktur versehen, die die Kleinteiligkeit des bestehende Stäbchenparketts aufnimmt. Auch die Strukturfliesen in den Nasszellen nehmen Bezug darauf.
Insgesamt wirkt die Praxis deutlich grosszügiger als vorher. Die einheitliche Gesamtgestaltung trägt hier ebenso bei wie das Beleuchtungskonzept: Lichtschlitze und hinterleuchtete Spanndecken lassen die Räume höher erscheinen.
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Der Praxis goldener Kern: Innenausbau im Physiozentrum Stettbach
Welch ungewöhnlicher Empfang in einer Praxis: Hier heissen goldene Wände die Patienten willkommen. Die auffällige Kunstharzoberfläche setzt dabei einen eleganten Kontrapunkt zur Raumstruktur mit roh belassener Betondecke und sichtbaren Installationen. Zugleich dient der Goldton auch der Orientierung: Die Räumlichkeiten der Praxis legen sich u-förmig um ein Treppenhauskern. Um ablesbar zu machen, welche Räume sich an diesen Kern angliedern, wurden sie mit ebendiesem, goldschimmerndem Material belegt. Einen effektvollen Kontrast dazu bildet das weisse Raum-in-Raum-Element mit auskragender Decke, das den Empfang sowie den Wartebereich mit langer Sitzbank und Coffeepoint definiert. Integriert wurden hier transparente Glasbausteine, die bereits bei der Gebäudefassade zum Einsatz kamen. Sie schaffen einen sichtbaren Bezug zur Architektur und bieten spannende Durchblicke innerhalb der Praxis.
Starke Inszenierung: Deckenelement mit grafischer Wirkung
Das Gebäude in der Fussgängerzone am Claraplatz wurde bereits zig-fach umgenutzt: Mal war es Kino, mal war es Restaurant… Jede Umbaumassnahme hinterliess dabei ihre Spuren. Bei der Neugestaltung zur Praxis entschied man sich, diese gewachsenen Strukturen bewusst sichtbar zu lassen und ein Konzept zu entwickeln, bei dem Altes und Neues koexistieren können. Bestehende Sichtmauerwerke beispielsweise wurden belassen und lediglich gesäubert und geweisselt. Auch die Decke mit Lüftung und Elektrotrassen blieb bestehen. Dunkel gespritzt, tritt sie jedoch optisch in den Hintergrund. Die Aufmerksamkeit soll hier einem weissen Deckenelement mit identitätsstiftendem Charakter gebühren: Das dynamische Element spannt sich – ausgehend von einer beleuchteten Mittelachse – über die gesamte Praxis. Die abgehenden Seitenstränge, die an Blattadern erinnern, bestehen aus Textilbahnen (Glasfaservlies). Als Pendant zur beleuchteten Mittelachse wurde am Boden eine Aluminiumschiene eingelassen.
Umnutzung in Weinfelden: medbase in ehemaligem Sportgeschäft
Auf den ersten Blick schien das ehemalige Sportgeschäft im Herzen von Weinfelden für die Umnutzung in eine Praxis ungeeignet zu sein. Besonders die Schaufensterfront und die grossen innenliegenden Flächen mit wenig Tageslicht sorgten für Kopfzerbrechen. Die intensive Auseinandersetzung mit den architektonischen Gegebenheiten und die Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft führten aber schliesslich zum Erfolg. 2020 konnte medbase die Praxis dank eines überzeugenden Raumnutzungskonzepts eröffnen. Auffällig sind hier vor allem zwei Gestaltungselemente, die die Vertikale betonen: Zum einen handelt es sich zwischen den Empfangstresen um eine begrünte Säule aus Bewehrungsgittern, an denen Philodendren emporranken. Zum anderen um Raumteiler aus schwarz beschichteten MDF-Lamellen, die die Wartebereiche zonieren.
Stimmige Transformation: Vom Grossraumbüro zur Physiotherapiepraxis
Der kühle Materialmix aus Aluminium und Glas kommt in den Praxisräumen nicht von ungefähr: Auch der Bau selbst – direkt am Bahnhof Altstetten gelegen und ursprünglich als Bürogebäude konzipiert – spricht eine nüchterne Sprache.
Beim Umbau zur Praxis sollten Bestandselemente des ehemaligen Grossraumbüros weitestgehend übernommen und in die neue Gestaltung integriert werden. So beispielsweise die Lochdecke im Flurbereich. Um dennoch eine behagliche Atmosphäre zu schaffen, wurde der Wartebereich mit einer textilen Bespannung ausstaffiert. In regelmässige Falten gelegt und von unten beleuchtet, erzeugt das Textil eine raffinierte Raumwirkung. Für direktes Licht sorgen Deckenleuchten, die mit ihrer linearen Form dezent auf die parallel verlaufenden Bahngleise hinweisen.
Um auch genügend Tageslicht ins Innere der Praxis zu holen, wurden die Therapieräumen zum Flur hin verglast. Punktrasterfolien mit Transparenzverlauf sorgen dabei für Sichtschutz und garantieren den Patienten die nötige Privatsphäre während der Behandlungen.